Wie Bewegung Resilienz stärken kann
S.U.R.F. versteht Sport nicht als Leistungsraum, sondern als Erfahrungsraum für Selbstwirksamkeit, soziale Sicherheit und bewusste Selbstwahrnehmung.
Durch die Verbindung aus Bewegung, Achtsamkeit und Reflexion möchten wir Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, langfristig psychische Widerstandskraft, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und positive soziale Beziehungen zu entwickeln.
Unsere Vision
Wir möchten jungen Menschen Räume eröffnen, in denen sie:
- sich ausprobieren dürfen
- Erfolgserlebnisse sammeln
- ihren Körper bewusst wahrnehmen
- soziale Zugehörigkeit erleben
- lernen, mit Herausforderungen umzugehen
Resilienz verstehen wir dabei nicht als angeborene Eigenschaft, sondern als Fähigkeit, die sich durch positive Erfahrungen, sichere Beziehungen und Selbstwirksamkeit entwickeln kann.
Ausgangslage
Viele Kinder und Jugendliche erleben heute:
- Bewegungsmangel
- emotionalen Stress
- geringe Selbstwirksamkeit
- sozialen Druck
- Unsicherheiten im Umgang mit Gefühlen und Konflikten
Besonders betroffen sind junge Menschen in sozial oder emotional belastenden Lebenssituationen.
Gleichzeitig fehlen häufig niedrigschwellige Räume, in denen Kinder ohne Leistungsdruck positive Bewegungs- und Beziehungserfahrungen machen können.
Unser Ansatz
S.U.R.F. kombiniert:
- vielfältige Bewegungserfahrungen
- spielerische Sportangebote
- Achtsamkeitsübungen
- Reflexions- und Gesprächsphasen
Die Teilnehmenden lernen unterschiedliche Sportarten wie Jonglage, Skateboardfahren, Boxen, Tischtennis oder Bogenschießen kennen und verbinden diese mit einfachen Übungen zur Körperwahrnehmung, Atmung, Konzentration und Selbstbeobachtung.
Die Einheiten finden in kleinen Gruppen und in einem wertschätzenden, leistungsfreien Rahmen statt.
Unsere Wirklogik (Theory of Change)
Bewegung schafft positive Aktivierung
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Durch neue Bewegungs- und Sporterfahrungen erleben die Kinder:
- Freude
- Motivation
- Neugier
- Aktivierung
Der niedrigschwellige Zugang ermöglicht insbesondere auch bewegungsfernen Kindern erste positive Erfolgserlebnisse.
Erfolgserlebnisse fördern Selbstwirksamkeit
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Die Teilnehmenden erleben:
- „Ich kann etwas schaffen“
- „Ich darf Fehler machen“
- „Ich kann Herausforderungen bewältigen“
Gerade das Erlernen neuer Bewegungen und Sportarten schafft konkrete Erfahrungen von Kompetenz und persönlichem Wachstum.
Gemeinsame Bewegung stärkt soziale Sicherheit
Sportliche Gruppenprozesse fördern:
- Zusammenarbeit
- gegenseitige Unterstützung
- Vertrauen
- soziale Offenheit
Die Kinder erleben Zugehörigkeit und lernen, respektvoll miteinander umzugehen.
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Achtsamkeit stärkt Selbstwahrnehmung und Emotionsregulation
Durch einfache Achtsamkeits- und Reflexionsübungen lernen die Teilnehmenden:
- eigene Gefühle wahrzunehmen
- Körpersignale besser zu erkennen
- innere Zustände bewusster einzuordnen
- ruhiger mit Herausforderungen umzugehen
Diese Fähigkeiten entwickeln sich schrittweise und werden langfristig aufgebaut
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Langfristig entsteht Resilienz
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Die Kombination aus:
- positiven Körpererfahrungen
- Selbstwirksamkeit
- sozialer Verbundenheit
- emotionaler Selbstwahrnehmung
kann langfristig dazu beitragen:
- psychische Widerstandskraft zu stärken
- soziale Beziehungen zu stabilisieren
- gesellschaftliche Teilhabe zu fördern
- das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern
Unsere Erkenntnisse aus der Programmevaluation
Das S.U.R.F.-Programm wurde 2023 im Rahmen qualitativer und quantitativer Studien in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München wissenschaftlich begleitet. Ziel war es, subjektive Veränderungsprozesse sowie mögliche Auswirkungen bewegungs- und achtsamkeitsorientierter Sportangebote auf Selbstwirksamkeit, Selbstwert und psychosoziale Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen zu untersuchen.
Die bisherigen Erkenntnisse deuten insbesondere auf positive Entwicklungen in folgenden Bereichen hin:
- soziale Kooperation
- subjektive Selbstwirksamkeit
- positives Körpererleben
- emotionale Selbstwahrnehmung
Innerhalb der Programmeinheiten zeigte sich wiederholt, dass gemeinsame Bewegungserfahrungen, niedrigschwellige Herausforderungen und Reflexionsphasen Situationen ermöglichen, in denen Kinder Erfolgserlebnisse, soziale Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit erfahren konnten. Besonders die Kombination aus Bewegung und Achtsamkeit wurde von vielen Teilnehmenden als beruhigend, entspannend und hilfreich zum „Runterkommen“ beschrieben.
Die quantitative Untersuchung zeigte zudem positive Veränderungen im Bereich des physischen Selbstkonzepts. Gleichzeitig wurde deutlich, dass kurzfristige Interventionen komplexe psychologische Prozesse wie Selbstwert oder Resilienz nur begrenzt unmittelbar messbar verändern.
Ergänzend werden die Programmeinheiten aktuell durch eine digitale, kindgerechte Feedbackerhebung begleitet. Erste Auswertungen deuten insbesondere auf positive Effekte im Bereich sozialer Kooperation, gegenseitiger Unterstützung und subjektiver Selbstwirksamkeitserfahrungen hin. Viele Teilnehmende berichten, dass sie neue Herausforderungen bewältigen konnten, sich innerhalb der Gruppe sicherer fühlten und positive Erfahrungen im gemeinsamen Lernen und Bewegen gemacht haben.
Die bisherigen Ergebnisse bestärken die Annahme, dass Resilienzförderung vor allem als langfristiger Entwicklungsprozess verstanden werden sollte. S.U.R.F. versteht Sport deshalb nicht als kurzfristige Leistungsintervention, sondern als Erfahrungsraum für Selbstwirksamkeit, soziale Sicherheit und bewusste Selbstwahrnehmung.
Wie wir Wirkung erfassen
Die Wirkung der Sessions wird durch kurze kindgerechte Feedbackformate begleitet. Dabei werden unter anderem folgende Bereiche erhoben:
- Selbstwirksamkeit
- Emotionsregulation
- soziale Interaktion
- Gruppenerleben
Ziel ist es, Entwicklungsprozesse langfristig sichtbar und nachvollziehbar zu machen.
Unser Verständnis von Resilienz
Resilienz bedeutet für uns nicht, Belastungen zu vermeiden. Resilienz bedeutet, Erfahrungen zu machen, die Kindern helfen:
- Vertrauen in sich selbst aufzubauen
- soziale Sicherheit zu erleben
- eigene Gefühle besser wahrzunehmen
- mit Herausforderungen konstruktiv umzugehen
Sport kann hierfür ein besonders wirksamer Erfahrungsraum sein.
